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© Antie Braito
Weinreben erleben

Der Gewürztraminer

Tramin - Gewürztraminer

© Dietmar Mitterer-Zublasing (www.diewanderer.it)

Jede Rebe ein Stück Herkunft

Tramins aromatischer Schatz

Der Gewürztraminer gehört zu den ältesten und zugleich aromatischsten Weißweinsorten der Welt und blickt auf eine lange, traditionsreiche Geschichte zurück. Über Jahrhunderte hinweg hat er Winzer und Genießer gleichermaßen fasziniert und seinen festen Platz in der europäischen Weinkultur gefunden. Schon der Name „Gewürztraminer“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „gewürzter Traminer“ und weckt Assoziationen an exotische Düfte, intensive Aromen und außergewöhnliche Sinneseindrücke.
Und tatsächlich verströmt kaum ein anderer Wein ein derart kraftvolles und unverwechselbares Bouquet: In der Nase entfalten sich Aromen von Rosenblättern, Litschi und anderen tropischen Früchten, harmonisch untermalt von würzigen Noten wie Gewürznelken, Muskat oder einem Hauch von Ingwer.
Dieses üppige, vielschichtige Duftspiel macht den Gewürztraminer einzigartig und charaktervoll; nicht umsonst wird er in Südtirol liebevoll als „König der Düfte“ bezeichnet und von Weinliebhabern auf der ganzen Welt besonders geschätzt, sowohl als Solist im Glas als auch als anspruchsvoller Begleiter zu aromatischen Speisen.

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Herkunft & Heimat

Wo der Gewürztraminer zuhause ist

Wo Geschichte im Glas lebt

Seinen Ursprung hat der Gewürztraminer in Südtirol, worauf bereits sein Name hinweist: Tramin (italienisch Termeno), das traditionsreiche Weindorf an der Südtiroler Weinstraße, gilt als die „Heimat“ dieser Rebsorte. Tatsächlich ist der Begriff „Traminer“ bereits seit dem Mittelalter gebräuchlich; Urkunden aus dem 11. Jahrhundert erwähnen Traminer-Weinberge in und um Tramin und belegen damit die lange und kontinuierliche Weinbautradition dieser Gegend. Von hier aus trat der aromatische Weißwein seinen Siegeszug durch Europa an und wurde schon im 13. Jahrhundert im gesamten deutschsprachigen Raum, insbesondere an Fürstenhöfen und in Klöstern, hochgeschätzt, wo er wegen seiner Intensität und Haltbarkeit geschätzt wurde.

Gewürztraminer, im Ausland meist ebenfalls unter diesem Namen bekannt, ist dabei kein eigenständiger Artverwandter, sondern die besonders duftende und farbintensive Mutation des alten Roten Traminers (Savagnin), einer sehr alten und weitverzweigten Rebenfamilie. Diese genetische Vielfalt erklärt die ausgeprägte Aromatik der Rebsorte.

Weinort Tramin

© Dietmar Mitterer-Zublasing (www.diewanderer.it)

Weinort Tramin - Gewürztraminer
© Pfitscher
Gewürztraminer - echt tramin

Ein Wein wie kein anderer

Bis heute ist die Verbindung zur Herkunft Tramin außergewöhnlich eng. So dürfen ausschließlich Gewürztraminer aus den Weinbergen rund um Tramin den Ortsnamen offiziell auf dem Etikett tragen. 
Es sind vier spezifische Lagen in Tramin: Tramin-Söll, Tramin-St.Jakob, Tramin-Plon und Tramin–Rungg. Dieses Privileg unterstreicht den besonderen Ruf der Gegend: Tramin ist gewissermaßen das Epizentrum des Gewürztraminers. In den sonnenverwöhnten Steillagen rund um das Dorf, auf etwa 300 bis 700 m Meereshöhe, findet die Rebe ihr perfektes Terroir.

Warme Tage und kühle Nächte mit alpinen Fallwinden (etwa der Ora vom Gardasee) sorgen für reichliche Aromaentwicklung bei ausreichender Frische in der Säure. Zugleich bieten die kalkhaltigen Lehmböden Halt und Nährstoffe, während Schotter und Dolomitgestein für Drainage und Mineralität sorgen. All das verleiht den Traminer Gewürzweinen ihre intensive Duftfülle, Komplexität und einen Hauch würziger Eleganz, wie ihn nur dieser Flecken Erde hervorbringt.

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Aromatik & Charakter

Ein Bouquet, das in Erinnerung bleibt

Unverkennbar Gewürztraminer

Schon am Rebstock ist der Gewürztraminer unverkennbar. Die Trauben bleiben eher klein, die rundlichen Beeren haben eine dicke Schale und leuchten in ungewöhnlichem Rosarot,  daher auch die historische Bezeichnung „Roter Traminer“ für die Ursprungsform. Das Fruchtfleisch ist extrem zuckerreich, aber säurearm, was den Weinen ihre weiche, füllige Art verleiht. Im Herbst erreichen Gewürztraminer-Trauben oft hohe Mostgewichte, sodass die Weine einen kräftigen Körper und mitunter leichte Restsüße aufweisen.

Im Glas schimmert Gewürztraminer daher meist in sattem Goldgelb. Sein Bouquet ist betörend und opulent: Noten von überreifen Tropenfrüchten und Blütenduft (man denkt unweigerlich an Rosen) dominieren, begleitet von Anklängen an Muskat, Honig und süße Gewürze. Am Gaumen präsentiert sich der Wein rund und vollmundig, mit milder Säure und einem langen, würzigen Nachhall. Diese sinnliche Kombination aus Üppigkeit und Würze fasziniert Kenner wie Neulinge gleichermaßen.

Tramin - Gewürztraminer
© Dietmar Mitterer-Zublasing (www.diewanderer.it)
Tramin - Gewürztraminer
© Dietmar Mitterer-Zublasing (www.diewanderer.it)
Für Winzer eine Herausforderung – für Genießer ein Geschenk.

Eine Diva mit Tiefgang

Allerdings verlangt diese „Diva“ unter den Reben dem Winzer viel ab. Gewürztraminer gilt als launisch im Anbau: Durch den frühen Austrieb und die frühe Blüte können Spätfröste oder kühles Frühjahrswetter rasch Schaden anrichten. Häufige Verrieselung führt zu von Natur aus geringen Erträgen, oft nur etwa die Hälfte anderer Sorten. Zudem ist die Rebe anfällig für Pilzkrankheiten, weshalb sorgfältige Pflege gefragt ist.

Diese natürlichen Einschränkungen haben jedoch auch ihr Gutes: die wenigen reifen Trauben sind hochkonzentriert und aromatisch. Weniger Menge, mehr Qualität, aus ihnen entstehen extraktreiche Weine von großer Tiefe. So vereint der Gewürztraminer ein unvergleichliches Duftprofil, eine starke Herkunft aus Tramin und einen eigenwilligen Charakter.
Als Botschafter Südtirols begeistert er Weinliebhaber weltweit und gilt heute zu Recht als Kultwein, ein Fest für die Sinne und ein Stück Weingeschichte.

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Die Welt des Gewürztraminer

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